turbogrün x Thomas Müller: Was wirklich hinter der Kampagne steckt
Juli 19, 2026
Blick hinter die Produktion
Was wirklich hinter der Kampagne steckt
Ich habe selten vor einem Dreh mehr Schiss gehabt. Ein Test in der Soccerhalle ohne Licht. Weiße Banden, graue Suppe. Eigentlich so gut wie unbrauchbar. Trotzdem: Wir haben’s gelöst. Und die Kampagne mit Thomas Müller für turbogrün wurde am Ende richtig stark. Nicht, weil alles perfekt lief. Sondern weil wir die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen haben.
Bevor es um das “Wie” geht, hier erstmal alle fünf Episoden und der Trailer.
Wie das zusammenkam
Kennengelernt habe ich Josia von turbogrün beim Abschiedsspiel von Thomas in der Allianz Arena. Ende letzten Jahres kam er auf mich zu: “Hast du Lust auf eine Kampagne?” Natürlich hatte ich die. Schnell war aber auch klar: Die Größe übersteigt, was ich allein liefern kann.
Beim zweiten oder dritten Termin habe ich Chris von Champions & Friends GmbH ins Boot geholt. Michael (Ö) Schöllhorn war später tief im Austausch und der kompletten Gestaltung der Story mit dabei. Joachim Funk ist textlich drübergegangen und hat seine Expertise mit eingebracht und das Wording geschärft. Wir haben Ideen gesammelt, auf einen Dreh im März hingearbeitet, und dann kam der Klassiker: März ist draußen Mist, wenn’s um Rasen gehen soll. Denn Rasen muss schön sein. Draußen ist das nicht planbar. Also: Indoor.
Viele Ideen mussten wir umbauen. Gleichzeitig sollte das Thema auch noch zur Weltmeisterschaft passen. Aus den Meetings ist Schritt für Schritt eine klare Idee entstanden, die das Marketing und die Chefetage freigegeben haben. Ab da ging’s in die Tiefe. Skript, Story, Setups. Keine Show. Nur Arbeit.
Die größten Hürden
Indoor heißt zwar mehr Kontrolle. Indoor heißt auch: Wenn’s hässlich ist, ist es richtig hässlich. Die Soccerhalle hatte weiße Banden. Unser Test ohne Licht sah furchtbar aus. Da haben alle kurz gezweifelt.
Also haben wir am Tag vor dem Dreh das komplette Setup schon mal aufgebaut. Licht, Branding, Banden-Aufkleber, Kameras. Wir wollten am Abend ein Kamerabild sehen, auf das wir uns verlassen können. Erst als der Look stand, bin ich ruhig geworden. Da wusste ich: Jetzt kann es gut werden.
Die zweite Hürde: zwei Formate gleichzeitig. 9:16 und 16:9 parallel. Beides muss funktionieren. Und zwar nicht nur akzeptabel, sondern gut. Das ist kein Nebenthema, das ist heute Standard. Deswegen habe ich das Kamera-Rig über eine Woche hinweg in Ruhe aufgebaut. Alles getestet. Jede Kleinigkeit. Mehrere Kameras, Recorder, Audio-Devices, Timecode, Sync. Ich wollte am Drehtag nichts suchen. Diese Vorbereitung frisst Zeit, spart aber am Ende gefühlte 700 Jahre im Schnitt.
Was ich beim nächsten Mal anders mache
Wir haben einen Trailer produziert, der nicht auf der Shotlist stand. Ging trotzdem, hat aber Zeit gekostet. Im Idealfall plant man solche Puffer-Assets von Anfang an mit ein. Ein, zwei feste Shots, die das Material tragen. Keine großen Extras, eher smarte Bausteine.
Noch wichtiger: Die Veröffentlichungsstrategie. Wenn es ein internes Marketingteam gibt, ist die Offenheit für externen Input unterschiedlich groß. Früher war ich da zurückhaltender. Heute sage ich: Probiert diese. Oder lasst jenes. Ihr müsst es nicht so machen, aber testet es wenigstens. Wir haben im Debrief klare Punkte gesammelt, die wir das nächste Mal anders angehen.
Perfekt ist keine Kampagne. Darum geht’s auch nicht. Es geht darum, dass etwas sehr Gutes beim nächsten Mal noch besser wird. Audiovisuell bin ich happy. Die Kampagne steht. Aber die Ausspielung will ich künftig härter begleiten.
Die Zahlen dahinter
Ein unerwartetes Learning hat mich echt gefreut: Die Watch-Through-Rate der Episoden lag bei rund 40 Prozent. Vorherige Kampagnen lagen deutlich drunter. Das ist richtig stark. Und das zeigt, dass Format, Story und Ausführung ineinander greifen. Auf solche Werte darf man stolz sein. Und sie sind ein Auftrag, die Verbreitung konsequent zu optimieren.
Thomas Müller vor der Kamera
Ich habe mit Thomas schon oft gedreht. Trotzdem: Seine Professionalität hat mich mal wieder überrascht. Er spielt mit einer Leichtigkeit, die alles einfacher macht. Kein Drama, keine Eitelkeit, nur Output. Unkompliziert. Das ist Gold wert für jedes Set.
Output, der sich sehen lassen kann
Wir haben fünf Episoden produziert mit Coach Thomas und dazu einen Trailer. Also sechs Videos. Zu jeder Episode eine Kurzversion, die als Ad präziser auf ein Produkt zielt. Dann kamen noch Marketing-Assets für ein Gewinnspiel dazu: unterschiedliche Call-to-Actions, Hooks, Bodyparts. Am Anfang waren es über 35 Varianten. Am Ende hat turbogrün neun final angefordert und ausgespielt.
Dazu noch die klassische Werbefotografie von Philip Herzhoff. Ohne ein eigenes Set nur für die Fotos, und trotzdem hochwertig. Das geht, wenn das Team eingespielt ist und der Look trägt.
Zusammenarbeit, die trägt
Was mich gefreut hat: Wie smooth die Abstimmung mit turbogrün lief. Auf allen Ebenen. Das ist nicht selbstverständlich bei der Menge an Assets. Und es zeigt, was passiert, wenn Teams sich kennen.
Wir drehen mit Thomas seit 2019. Über die Jahre haben wir gemeinsam die Dimensionen hochgeschraubt.
Fokuspuller, Licht, Director, Audio, Kamera, Schnitt, die Abstimmung in den Teams.
Jeder weiß, was der andere braucht. Das beschleunigt und hebt die Qualität. Und genau so will ich arbeiten.
So arbeiten wir: ein Dreh, alle Formate
Wie das konkret aussieht, zeigt dieser Splitscreen: oben der finale Film, in der Mitte die Timeline aus dem Schnitt, unten die BTS-Aufnahmen aus der jeweiligen Szene. Drei Ebenen, ein Ergebnis.
Was Erfolg wirklich misst
Reichweite ist eine Zahl, aber nicht die Wahrheit. Was wirklich zählt, ist das Ziel: Branding, Produktverkauf, Employer Branding. Ich will den Kunden künftig noch stärker beraten, wie Ausspielung und Messung auf diese Ziele einzahlen. Am liebsten mit belastbaren Zahlen: “Diese Produktion hat X Euro eingespielt”. Das ist zwar nicht einfach. Aber es ist die Richtung.
Nicht jede Produktion ist eine Kampagne dieser Größenordnung. Der Großteil unserer Arbeit sind klassische Imagefilme für Unternehmen. Kompakter im Umfang, aber mit demselben Qualitätsanspruch. Wenn Du überlegst, Deine eigene Marke so erzählen zu lassen, findest Du hier mehr zu unserer Imagefilm-Produktion.
Zusammengefasst: Die turbogrün x Thomas Müller Kampagne war kein einfacher Zufallstreffer. Sie war das Ergebnis von Vorbereitung, klaren Entscheidungen und einem Team, das liefert. 40 Prozent Watch-Through-Rate. Sechs Videos. Neun Ads. Saubere Fotografie. Und ein Look, der indoor funktioniert, obwohl der erste Test zum Davonlaufen war. Beim nächsten Mal gebe ich beim Publishing noch mehr Gas. Der Rest hat gehalten.
Bis bald! /Seppi
