Vanlife Iceland mit Ása Steinars: 10 Tage im Camper, eine Sonnenfinsternis und sehr viel Regen

27. August 2026

Luftaufnahme des Bergs Vestrahorn und des schwarzen Sandstrands bei Stokksnes, Island

Ich wollte das seit Jahren machen. Und hab's genauso lange vor mir hergeschoben. Dieses Jahr haben Janine und ich beschlossen: Schluss mit Aufschieben. Eclipse Week gebucht. Was dann kam, war kein Entspannungsurlaub. Es war ein Entdeckertrip. Mit Regen, zwölf Vans, 24 Fremden, die zur Zirkusfamilie wurden, und zwei Minuten Dunkelheit, die ich nicht mehr vergesse.

Wie ich auf Vanlife Iceland gekommen bin

Leo Alsved kenne ich aus meiner Zeit bei der Ski Week und der Yacht Week – organisierte Reisen, für die ich früher viel gedreht habe. Leo ist mittlerweile mit Ása Steinars verheiratet, die du wahrscheinlich von Instagram kennst: isländische Fotografin, Adventure-Content, über eine Million Follower. Zusammen haben die beiden Vanlife Iceland gestartet. Einwöchige Camper-Reisen durch Island mit Guides, Spots und Struktur, aber viel Freiheit.

Die Idee gab es schon, als ich vor rund fünf Jahren mit den beiden in den Westfjorden gedreht habe. Das Event war damals noch nicht live. Seit ich es später auf ihren Profilen gesehen habe, stand es auf meiner Liste.

Ehrlich: Ich hatte Respekt davor, das allein zu machen. Camperleben ist eine andere Art Urlaub, und ich war unsicher, wie Janine die Vorstellung eines solchen Urlaubs findet. Dieses Jahr haben wir drüber geredet. Ich mag den Wechsel zwischen Erholungs- und Abenteuerurlaub, und das hier ist Abenteuer pur. Ich habe Leo geschrieben, welche Route er empfiehlt. Er hat natürlich alle empfohlen. Für uns war die Eclipse Week die spannendste. Irgendwann war klar: Wenn wir das jetzt nicht machen, machen wir es nie. Es war keine Geldentscheidung. Wir wollen Sachen erleben, nicht nur ausruhen.

Person blickt über Eisberge in einer Gletscherlagune in Island
Wanderer mit orangem Helm trinkt frisches Schmelzwasser auf einem Gletscher in Island
Weite Gletscherlandschaft unter bewölktem Himmel in Island

Kurze Unterbrechung.

In eigener Sache.

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Erwartung vs. erster Tag

Meine Vorstellung: Wir fahren mit dem Camper rum, schauen uns schöne Sachen an, haben eine gute Zeit. Das hat am Ende auch alles gestimmt.

Was sofort anders war: Regen. Die ersten zwei Tage fast durchgehend. Das ist die härteste Schule, mit der man ins Campen starten kann. Feuchtigkeit im Van, alles klamm, nichts trocknet. Für Janine war das die kalte Dusche, die ich befürchtet hatte. Danach wurde es besser. Aber der Einstieg war zäh.

Dreiteilige Bildcollage einer Islandreise: Wasserfall, Reisende und Gletscherlagune
Gruppe von Wanderern mit Helmen auf dem Weg zu einem Gletscher in Island
Fluss schlängelt sich durch die moosbewachsene Schlucht Fjaðrárgljúfur in Island

Unser Van von innen

Der Aufbau war simpel: eine Sitzbank quer über die Breite, von beiden Seiten nutzbar. Eine kleine Küchenzeile mit Waschbecken. Ein überraschend große Kühltruhe. Geschirr und Kochzeug waren dabei, gekocht haben wir auf einem kleinen Gaskocher. Hat alles funktioniert.

Die Sitzbank haben wir einmal zum Bett umgebaut – und so ist es bis zum Ende geblieben. Gegessen haben wir fast immer draußen, weil uns das ständige Umbauen zu nervig war. Bei Regen war eh alles nass, da wollten wir es so unkompliziert wie möglich halten.

Der einzige Haken war die Technik. Handy laden über den Konverter: kein Problem. Laptop- und Drohnenakkus dagegen nur bei laufendem Motor, sonst ist die Bordbatterie leer. Das wusste ich vorher nicht, und es killt meinen üblichen Workflow: Normalerweise lade ich alles über Nacht und bin morgens ready. Hier musste ich permanent mitdenken. Was brauche ich als Nächstes, wo lade ich während der Fahrt. Kein Drama, aber ungewohnt.

Innenraum eines Campervans mit Bett, Ausrüstung und Powerstation in Island
Blick des Fahrers durch eine verregnete Windschutzscheibe auf der Ringstraße in Island
Mann lacht beim Autofahren durch die isländische Landschaft

Ein typischer Tag mit Uhrzeiten

Die komplette Kommunikation lief über eine WhatsApp-Gruppe. Abends kam die Nachricht für den nächsten Tag: Optionen, Empfehlungen, Spots, Übernachtungsmöglichkeiten.

9:00 Uhr - Aufbruch. Danach Wasserfälle, Geysire, Vulkankrater, Küste. Jeden Tag andere Spots.

18:00 bis 19:00 Uhr - Treffpunkt in der Nähe des nächsten Campingplatzes.

Abends - Barbecue, Lagerfeuer, Ratschen. Den Tag Revue passieren lassen, Leute kennenlernen.

Person in Regenjacke steht zwischen Felsen an einem schwarzen Sandstrand in Island

Das Format: wie frei bist du wirklich?

Wir waren 10 bis 12 Vans, insgesamt 24 Leute, dazu zwei Guides. Die haben sich um alles gekümmert. Routen, Timing, wann man wo einkaufen kann.

Und du bist wirklich frei. Du kannst dich mit anderen zusammenschließen und in Kolonne mit den Guides fahren. Oder du schläfst aus, fährst später los und machst deine eigene Reihenfolge. Jeder hatte Tage mit der Gruppe und Tage für sich. Genau die Mischung, die man will.

Ása Steinars in echt

Sehr authentisch. Sie ist genau so, wie sie sich auf Instagram zeigt: ein echtes Adventure Girl, ein isländisches Original. Ich mag sie unglaublich gern und liebe die Begeisterung, mit der sie die schönen Spots ihrer Heimat teilt.

Was bei mir hängen bleibt, ist aber weniger ein einzelner Moment als das Gesamtbild: Ása und Leo stemmen zwei Kinder, das Business und die Reisen gleichzeitig. Das ist eine enorme Herausforderung, und sie machen es unfassbar gut. Es geht, wenn man ein echtes Team ist. Das ist inspirierend.

Sonnenlicht bricht durch dunkle Wolken über Gletschern und Bergen in Island
Luftaufnahme des Bergmassivs Vestrahorn und der Küste bei Stokksnes, Island
Luftaufnahme des langen goldenen Sandstrands von Rauðasandur in den isländischen Westfjorden

Was ich über Island gelernt habe, das in keinem Reiseführer steht

Ehrlich gesagt: Ich kann es nicht auf ein Beispiel reduzieren. Es war die Summe der Kleinigkeiten. Vor allem an den Gletschern wussten die Guides Details, die du nirgends nachliest. Wie schnell der Gletscher sich zurückzieht, wie tief und wie dick er ist, warum sich die Landschaft genau so entwickelt hat. Man schaut danach anders auf das, was vor einem liegt.

Die Gruppe

Amerikaner, Spanier, Mexikaner, Deutsche, Norweger. Sehr unterschiedliche Typen mit einem gemeinsamen Nenner: offen, reflektiert, neugierig auf die Welt. Eine kleine Familie war dabei, ein Paar, das sich auf dem Trip verlobt hat, ein älteres Ehepaar.

Am Lagerfeuer ging es um Island, aber genauso um die politische Lage in den USA und um das, was gerade in der Welt passiert. Unterschiedliche Altersgruppen, Lebensentwürfe, Perspektiven. Genau das macht so eine Woche reich.

Zwei Reisende jubeln vor einem Wasserfall im isländischen Hochland

12. August: die Sonnenfinsternis

Die Fahrt zum Spot gab es an dem Tag nicht - wir waren schon am Tag davor angereist. Island hatte eine Warnung ausgesprochen: 20.000 Menschen wurden allein für die Eclipse in den Westfjorden erwartet. Nachdem wir angekommen waren, wurden z.T. Straßen gesperrt, um die Orte vor Überlastung zu schützen. Unser Campingplatz war voll, ich schätze rund 1.000 Menschen. Dafür: zwei Toiletten, eine Outdoor-Dusche, zwei kleine Waschbecken. Selbst um fünf Uhr morgens stand man am Klo an. Islands Westfjorde können viel, aber an dem Tag war die Infrastruktur am Limit.

Die Stimmung war trotzdem großartig. Alle sind motiviert aufgewacht, überall „Happy Eclipse Day“. Ein gemeinsamer Strandwalk, dann Vorbereitung. Elí, der Filmer & Fotograf von Vanlife Iceland, und ich haben zwei bis drei Stunden nur unser Setup durchdacht: wie fotografieren, wie filmen. Er hat für alles Wecker gestellt - wann wir losmüssen, wann die Totalität beginnt, wann sie ihren Höhepunkt hat, wann sie endet. Positive, nervöse Aufregung in der Luft.

Dann sind wir als komplette Truppe los, alle 24, haben unseren Spot gesucht und die Kameras aufgebaut.

Es war bewölkt. Von der partiellen Phase haben wir nichts gesehen. Und dann ging es schnell. Innerhalb kürzester Zeit wurde es dunkel und kalt. Die Vögel sind weggeflogen. Irgendwo haben Leute wie Wölfe geheult. Eine völlig mystische Stimmung. Nach zwei Minuten wurde es genauso schnell wieder hell.

Solar Eclipse 2026
in the Westfjords of Iceland
Abenddämmerung über dem isländischen Horizont mit dem Text „Good night moon!"

Alle saßen da, still, beeindruckt.

Es war so viel größer als man selbst – obwohl wir den eigentlichen Prozess gar nicht gesehen haben. Das ist nichts, was ein Mensch erzwingen oder künstlich erzeugen kann. Ein reines Naturspektakel. Genau das macht es so besonders. Und genau deshalb wollen wir bei der nächsten Sonnenfinsternis wieder dabei sein.

Silhouette eines Paares an einem Strand bei Sonnenuntergang in Island

Mein Highlight abseits der Finsternis

Der letzte Abend. Wir haben zusammen gespielt, gelacht, geredet. Man hat gemerkt: Aus 24 Fremden ist eine Gruppe geworden, die sich mag. Keine Kennenlernstimmung mehr, sondern eine kleine Zirkusfamilie. Das bleibt lange.

Der unangenehmste Moment

Alles, was mit Regen zu tun hatte. Und noch nerviger als Kochen im Regen: nachts aufs Klo. In so einem kleinen Van musst du dich komplett anziehen, in voller Montur, sonst bist du nass. Und die Feuchtigkeit danach wieder aus dem Van zu bekommen, war schwierig. Anstrengend. Punkt.

Filmen vs. Erleben

Ich habe die Kamera immer wieder bewusst weggelegt. Bei den Highlights, wo es einfach wunderschön war, habe ich sie rausgeholt und die Momente als Content mitgenommen. Sobald es um die Gruppe ging: Lagerfeuer, Spiele, Gespräche - blieb sie meist im Van. Sonst frisst das Filmen den Abend, und den wollte ich haben.

Papageitaucher auf einer grasbewachsenen Klippe in Island

Was der Trip kostet

Island ist teuer. Das kann man vorab schon mal sagen. Insgesamt lagen wir bei rund 5.000 bis 6.000 Euro für uns beide, inklusive Flüge. Die Flüge waren besonders teuer, weil wir in der Feriensaison unterwegs waren. Vom Timing her ungünstig.

Im Vanlife-Iceland-Paket inklusive sind:

  • Camper Van
  • Campsite Gebühren
  • BBQ & Lagerfeuer
  • Lokale Experten / Guides
  • Die Iceland Adventure Map
  • Flughafen Transfer

Nicht enthalten sind:

  • Flüge nach Island
  • Reiseversicherung
  • Tanken
  • Extra Aktivitäten (Gletscherwanderung, Kajak, Whalewatching)
  • Essen und trinken

War es das wert? Jeden Cent! Es war das Schönste und Abwechslungsreichste, was ich in so kurzer Zeit je erlebt habe.

Luftaufnahme eines Geothermalgebiets mit Schlammtöpfen und Holzstegen in Island
Senkrechte Luftaufnahme eines kraftvollen Wasserfalls in Island

Für wen Vanlife Iceland nichts ist

Für alle, die Ruhe und Entspannung wollen. Davon hast du dort wenig. Ab dem Aufwachen bist du beschäftigt: Zähne putzen, frühstücken, los. Spots, Hike, fahren, ankommen, Lagerfeuer, duschen, schlafen. Und am nächsten Tag wieder. Es ist ein Entdecker- und Aktivurlaub - wie ein intensiver Städtetrip, nur in groß. Wer Wellness sucht, bucht was anderes.

Würde ich es nochmal machen?

Ja. Und ich würde nichts anders machen. Wir haben uns auf jede Situation eingelassen und das Beste daraus gemacht. Was mich als Nächstes reizt: die Nordlichter-Reise. Der Ansatz bleibt derselbe.

Mein Fazit in einem Satz

Wenn du offen bist für Abenteuer und neue Menschen: Tu es.

Nur erwarte keinen Entspannungsurlaub.

Zwei Minuten Dunkelheit, die sich nicht wiederholen lassen - genau solche Momente sind der Grund, warum ich filme. Wenn du für dein Unternehmen oder deine Marke einen Film willst, der einen Moment festhält, der so nicht wiederkommt: Schreib mir.

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